EltanniEltanni4. Silber und Gold

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Kurzbeschreibung:

Ein argonischer Silberhändler aus Markath bekommt Besuch von zwei merkwürdigen, jungen Dunmerzwillingen. Sie bringen ihm ein Buch, das auf argonisch geschrieben ist und Hinweise enthalten soll, die zu einem Schatz führen, der vor vierhundert Jahren versteckt wurde. Die ganze Geschichte erzählen sie jedoch nicht. Viel Spaß!

Leseprobe:

Licht-in-finsterer-Nacht saß in seinem Wohnzimmer in Vlindrel Hall und kaute auf einem Stück Mammut herum. Dass diese Viecher aber auch so was von zäh sein mussten. Man konnte sie stundenlang kochen und immer noch war das Fleisch einem Stück Leder ähnlicher als einem schmackhaften Braten. Ganz zu schweigen von den Gewürzen. Selbst tonnenweise Salz und Kräuter vermochten nicht ihm auch nur den Hauch von Geschmack zu verleihen.
Der argonische Silberhändler vermutete, dass sie ihn auf dem Markt reingelegt hatten. Wahrscheinlich war dieses Mammut schon zweihundert Jahre alt gewesen. Zum reklamieren war es jetzt natürlich zu spät.
Es klopfte an der schweren Metalltüre, welche den Eingang verschloss. Ein metallisches Pochen, welches sich anhörte als schlüge jemand auf ein Dwemerfass ein.
„Ja! Lasst die Türe ganz! Ich komme ja!“
Wer mochte ihm zu so später Stunde noch einen Besuch abstatten wollen? Kunden? Nein, sicher nicht, denn anständige Leute saßen zu dieser Zeit beim Essen oder schliefen bereits.
Als er das Portal öffnete standen zwei schwarze Gestalten davor. Im Licht der Fackeln, die Markath beleuchteten konnte man sie kaum erkennen, denn ihre Gesichter waren von dunkelbläulicher, leicht gräulicher Farbe.
„Dunkelelfen? Was wollt ihr, ich kaufe nichts! Verschwindet!“
Doch die beiden dachten gar nicht daran, vielmehr stellten sie sich als Eltanni und Zwillingsbruder vor und versicherten an Eides statt, dass sie nicht hier waren um ihm etwas zu verkaufen. Nach eigenen Angaben hatten sie ein Buch gefunden welches in argonischer Sprache verfasst und deshalb für die beiden unleserlich war. Im Gasthaus hatten sie erfahren, dass ein argonischer Händler vor kurzem Vlindrel Hall erstanden hatte. – Er, Licht-in-finsterer-Nacht.
Das diese Schwätzer im Gasthaus aber auch nie ihre Klappen halten konnten.
Widerwillig bat er seine beiden unerwarteten Gäste herein. Diese nahmen das Angebot sofort an. Nach Aufforderung machten es sich die zwei vor dem Kamin bequem. Als sie ihre Kapuzen zurückzogen konnte der Argonier erkennen, dass es sich tatsächlich um Zwillinge handeln musste. Sie waren sich nicht nur an Gestalt und Ausrüstung ähnlich, sie trugen alte Lederrüstungen die schon bessere Zeiten gesehen hatten, beide hatten auch die gleichen sehr ebenmäßigen, weiblich weichen Gesichtszüge. Die einzige Möglichkeit sie voneinander zu unterscheiden war neben der reinen Körperform ausschließlich die Frisur. Der Bruder trug seine pechschwarzen Haare kurz, die Frau schulterlang. Die Iris ihrer Augen leuchtete in einem verhaltenen rot. Beide sahen klein und eher schmächtig aus. Kurz und knapp, sie waren auf eine exotische Weise durchaus anziehend – für Nichtargonier.
Ohne eine weitere Erklärung reichte Eltanni, die Schwester, die offenbar auch der dominante Part der beiden war, ein mittelgroßes, in Leder eingebundenes Notizbuch an den Händler. Ebenso wortlos nahm dieser es entgegen und schlug es auf.
Tatsächlich handelte es sich bei dem Verfasser um einen Argonier mit dem wohlklingenden Namen Fackelträger. Aus der Einleitung ging hervor, dass er ein Diener eines Altmeriherrn gewesen war. Einer von ungefähren zwei Dutzend, die mit diesem aufgebrochen waren um dessen Vermögen in einer alten Ruine zu verstecken. Warum, das stand da allerdings nicht. Dass es sich aber um eine ganze Menge handeln musste, konnte man aus dem Zusammenhang schließen, denn zum Transport wurden genau zwei Dutzend Maultiere verwendet, von denen jedes zwei mittelgroße Kisten trug.
Gedankenverloren bot Licht-in-finsterer-Nacht seinen Gästen von dem Mammut an und musste zu seiner großen Verwunderung feststellen, dass es ihnen schmeckte. Bis zum heutigen Tag war dem Argonier nicht klar, dass man Dunmer als Müllschlucker benutzen konnte. Insgeheim fragte er sich ob sie wohl auch das angebrannte Rührei von heute Morgen vertilgen würden.
Das Buch enthielt neben einer genauen Beschreibung der Reichtümer des Altmers auch einen kurzen Reisebericht und eine Schilderung der Ereignisse nachdem sie den Schatz versteckt hatten. Offenbar hatte der Altmer, dessen Namen nie wirklich genannt wurde, seine Diener allesamt vergiftet, damit sie sich nicht versehentlich an das Versteck erinnern konnten und darüber vergessen, dass Argonier giftresistent sind. Fackelträger hatte anschließen seinen Herrn erschlagen und dessen Wachen in eine Falle gelockt, sich so viel von dem Gold und anderem Kram genommen wie er tragen konnte und sich aus dem Staub gemacht. Im Nachhinein wollte er die Geschichte wohl aufschreiben, damit er sich wieder an den Standort der Ruine erinnern konnte, für den Fall dass er Nachschub an Edelmetall benötigen würde. Das war allerdings schon vor über vierhundert Jahren gewesen, wie der letzte Eintrag bewies, der mit einem Datum versehen war. Er teilte sein Wissen ehrlich mit seinen Gästen, denn er war zwar Geschäftsmann aber keiner der seinen Reichtum auf den Schultern von Landstreichern verdiente.
Wenn das Versteck gut war und Fackelträger nicht alles aufgebraucht hatte, dann konnte man mit viel Glück davon ausgehen, dass noch eine mehr oder weniger große Fülle davon übrig sein konnte. Licht-in-finsterer-Nacht hätte zwar nicht darauf gewettet aber wahrscheinlich würde nachsehen nichts kosten, wenn er herausfinden konnte wo sich die Ruine verbarg. Hinweise gab es in dem Buch genug aber sie waren wahllos verstreut und nicht zusammenhängend. Allerdings wurden Koordinaten erwähnt. Er stand auf und ging in sein Studierzimmer hinüber. Normalerweise kümmerte er sich dort um seine Geschäfte. Irgendwo in dem ganzen Haufen Papier der hier herumlag sollte sich auch eine Landkarte von Himmelsrand befinden. Nach einigem Stöbern fand er sie schließlich unter seiner Buchhaltung.
„Was sucht Ihr?“
Eltanni hatte sich so leise von hinten an den argonischen Geschäftsmann herangeschlichen, dass er jetzt, da er angesprochen wurde, erschrocken zusammenzuckte. Er atmete tief durch bevor er etwas ungehalten antwortete.
„In dem Buch sind Koordinaten erwähnt, hier in Himmelsrand. Ich wollte feststellen wo sie sich befinden. Schleicht Euch nicht von hinten an mich heran, das sind keine guten Manieren. Geht wieder zurück ins Wohnzimmer, ich bringe die Karte mit.“
Einmal mehr verfluchte er seinen eigenen Geiz. In dieser Situation wäre es besser gewesen einen Hausangestellten zu haben, der seine Gäste im Auge behielt. Im Moment allerdings war es weniger der Geiz als fehlende Mittel, die ihn davon abhielten. Der Kauf dieses großen Hauses hatte fast all seine Ersparnisse verbraucht, beinahe dreizehntausend Septime.
Er breitete die Karte auf dem Tisch aus und bat die beiden Dunmer die Ecken festzuhalten, damit sie sich nicht von selbst wieder zusammenrollte. Anschließend versuchte er die Stelle zu ermitteln, welche in dem Bericht erwähnt wurde. Er prüfte seine Berechnungen drei Mal.
„Kein Zweifel, Was auch immer liegt hier, genau Mitten im See.“
Er deutete auf einen mittelgroßen, etwas langgestreckten See in der Nähe von Flusswald.
„Wahrscheinlich hat er etwas im Wasser versenkt“, meinte Eltanni.
„Ach was! Er wird ja wohl nicht selbst da unten sitzen und warten bis wir vorbeikommen“, dachte Licht-in-finsterer-Nacht, sagte aber: „Ja, Dieses ist wahrscheinlich. Da er ja Argonier war liegt der Schluss nahe, dass er einen Hinweis unter Wasser verbirgt. Vermutlich ist es die tiefste Stelle. Ihr solltet einen Wasseratmungstrank mitnehmen, wenn ihr hingeht. Und achtet auf die Schlachterfische. Widerliche kleine Biester sind das.“
Der Argonier zeichnete die Stelle in der Karte ein und setzte sich anschließend in einen Sessel vor dem Kamin. Er überlegte ob er anbieten sollte an der Exkursion teilzunehmen, als die Dunmer ihm zuvorkam.
„Wollt Ihr uns nicht begleiten. Wenn das Vermögen noch dort ist, dann wird es genug für uns drei sein, ist es aber nicht mehr da, dann könnte es ein schöner Ausflug werden. Vielleicht findet Ihr unterwegs jemanden mit dem Ihr Geschäfte machen könnt. In Weißlauf soll es einen sehr guten Schmied geben, der sicherlich hochwertiges Silber gebrauchen kann. Außerdem haben wir kein Geld für einen Trank und…“
„… da ich Argonier bin könnte ich ja nach den Hinweisen tauchen, nicht wahr?“
„Ja, so hätten alle etwas davon. – Nun, was meint Ihr?“
Irgendwie neugierig war Licht-in-finsterer-Nacht eigentlich schon. Allerdings konnte er seine Geschäfte nicht unbeaufsichtigt lassen.
„So ein Quatsch! Welche Geschäfte?“, murmelte er angesäuert vor sich hin. Schließlich gab er sich einen Ruck.
„Abgemacht. Wir brechen Morgen früh auf. Ich treffe euch am Gasthaus Silberblut bei Sonnenaufgang.“
Die Zwillinge machten keine Anstalten sich zur Türe hinaus zu bewegen. Dem Argonier deuchte warum. Er holte einen kleinen Beutel aus der Rocktasche und gab ihn an Eltanni. Dabei seufzte er vernehmlich.
„Mir scheint ich wurde soeben zum Finanzier der Expedition befördert. Da sind fünfzig Septime drin. Das reicht für die Übernachtung und ein reichhaltiges Frühstück. Ihr werdet es brauchen.“
Eltanni bedankte sich ausgesucht höflich und dann endlich gingen sie. Worauf hatte sich der Händler da nun wieder eingelassen? Herzhaft biss er in ein Stück Kuchen, dass noch vom Mittagessen übriggeblieben war.
„Was für seltsame Begebenheiten das Leben doch manchmal bereithielt.“
Hin und wieder kann man einen kleinen Schups zur Türe hinaus gut gebrauchen, hatte schon sein Vater früher immer gesagt. Das letzte Mal als er ihn hierher schickte, nach Himmelsrand, um ein Geschäft aufzubauen. In seiner Familie konnte man das als eine Art Mannbarkeitsritual sehen, denn das erste eigene Geschäft spiegelte die Persönlichkeit eines Angehörigen seines Klans. Und da es im Moment eher die Planlosigkeit dieses Familienmitgliedes spiegelte, konnten eine andere Perspektive und ein wenig Bewegung an der frischen Luft sicher nicht schaden.

Tatsächlich erschienen die beiden Dunkelelfen pünktlich am nächsten Morgen vor dem Stadttor. Zur grenzenlosen Überraschung des Argoniers hielt ihm Eltanni sofort und ohne darauf hingewiesen worden zu sein seinen kleinen Geldbeutel von gestern hin, viel dünner zwar aber nicht leer. Es waren noch genau acht Septime übrig. Licht-in-finsterer-Nacht bedankte sich. Er grübelte noch über diese merkwürdige Großzügigkeit als sie auch schon den Standplatz der Kutschen erreichten, der vor der Stadt lag. Weil er sie bereits einmal benutzt hatte, wusste der Händler auch welche sie nehmen mussten und wie viel es kostete sie drei nach Weißlauf zu bringen. Eigentlich wollte der etwas mürrische Mann sechzig Septime, konnte aber nach einiger Diskussion dazu überredet werden nur die Hälfte zu nehmen. Anstatt dessen erwartete er ein paar Neuigkeiten zu erfahren. Licht-in-finsterer-Nacht hatte auch vor ihm genau diesen Gefallen zu tun. Zu diesem Zweck nahm er auf dem Kutschbock Platz.
„Wisst Ihr, warum die Silberblut Familie so reich ist?“
„Ich denke, weil sie den Silberhandel in der Gegend kontrollieren, oder etwa nicht?“
„Nun, das ist nur die halbe Wahrheit. Ich habe errechnet, dass alle Einkünfte der Minen des Klans weniger abwerfen, als sie an liquiden Mitteln zur Verfügung haben müssen um sich alles leisten zu könne was sie besitzen. Anschließend sprach ich mit ein paar Arbeitern. Ich gab ihnen den ein oder anderen aus und erfuhr, dass nur die Cidhna-Mine innerhalb der Stadt ständig vom Kaiserreich überwacht wird. Dort arbeiten verurteilte Straftäter und die gehören den Kaiserlichen.“
Der Kutscher wurde nun schon ein wenig aufmerksamer, tat aber noch immer desinteressiert.
„Na und? Was wollt Ihr damit sagen, Eidechse?“
„Es gibt nur eine Erklärung für den Reichtum der Familie und es ist eigentlich ganz einfach, wenn man darüber nachdenkt.“
Jetzt endlich hatte das Gegenüber angebissen.
„So, was für eine denn?“
„Sie versteuern nur einen Teil des Silbers, nämlich den Teil, den sie nicht verheimlichen können. Den anderen Teil gießen sie schwarz und verkaufen ihn inoffiziell.“
Natürlich kam hier ein berechtigter Einwand zum Tragen.
„Das würde auffallen, denn jeder Barren erhält eine Steuernummer des Kaisers. Sie könnten den ganzen Rest überhaupt nicht verkaufen, nur auf dem Schwarzmarkt. Die Kaiserlichen könnten das herausfinden und das wäre schlecht. Wieso sollten sie so ein Risiko eingehen?“
„Sie gehen überhaupt kein Risiko ein, weil sie das Silber nicht hier in Himmelsrand verkaufen, sondern ganz woanders.“
„Und wo?“
„Sie schmuggeln es mit Hilfe der Thalmor nach Summerset und dort sind die Preise für Silber wesentlich besser und da das ganze über inoffizielle Kanäle geht, müssen die Silberbluts auch keine Steuern bezahlen. Sie unterstützen die Altmer und bekommen dafür die Steuern erlassen.“
Der Kutscher, selbst ein Nord, war entsetzt.
„Sie schaden dem eigenen Land? Für einen Handel mit den Thalmor? Könnt Ihr das beweisen?“
Licht-in-finsterer-Nacht zog die Schultern nach oben.
„Wenn ich das könnte, dann wäre ich sicherlich beim kaiserlichen Legaten und würde mich über eine stattliche Belohnung freuen, nicht wahr?“
Der Mann wurde wieder etwas mürrischer.
„Dann ist es allerhöchstens eine gute Geschichte und nichts wert.“
„Ihr könnt ja selbst mit den Arbeitern sprechen. Mit einigem Aufwand kann man vielleicht herausfinden wo das Silber, das zweifelsfrei fehlt, hingelangt und wie das hier entsteht.“
Der Argonier zeigte dem Kutscher etwas, das er in der Tasche bei sich trug. Man konnte deutlich sehen, wie dieser plötzlich bleich wurde. Bevor der Mann allerdings zugreifen konnte hatte Licht-in-finsterer-Nacht den Gegenstand bereits wieder eingesteckt.
„Das hätte ich nicht gedacht. – Danke für die Geschichte, Herr. Sie war es wert.“
Die weitere Reise verlief ohne Zwischenfälle. Sie kamen schnell voran und waren Tags darauf in Weißlauf angekommen. Von hier aus mussten sie nach Westen gehen, an Flusswald vorbei in Richtung Falkenring. Nach ein paar hundert Mannslängen hielt es Eltanni nicht mehr aus.
„Also gut, ich will es wissen, auch wenn das jetzt neugierig klingt: Warum habt Ihr dem Kutscher die Geschichte von den Silberbluts erzählt. Wenn sie das herausfinden, dann werden sie Euch sicher nicht so einfach davonkommen lassen.“
„Sie werden in einigen Monaten, wenn dieses Gerücht seine volle Wirkung entfaltet, überhaupt nicht mehr wissen wo es herkommt. Wichtig ist nur, dass es existiert und das es die Runde macht, bis es einem kaiserlichen Beamten ans Ohr dringt.“
„Aber warum? Wollt Ihr dem Silberblut-Clan eins auswischen?“
„Sie haben mich übers Ohr gehauen und sie bescheißen jeden freien Silberhändler indem sie die Preise vorgeben und sie haben leider eine Art Monopol. Wenn ich einen fairen Preis haben wollte, dann müsste ich nach Cyrodiil reisen und das würde meinen Gewinn wieder auffressen. Ich will erreichen, dass der Kaiser ihr Monopol bricht.“
Eltanni war beeindruckt. Soviel Geschäftsinn und Kaltblütigkeit, der Argonier hätte glatt ihr letzter Herr sein können.
„Das ist wirklich gut durchdacht. – Ist mir noch eine Frage gestattet?“
„Bitte Fragt.“
„Was habt Ihr ihm gezeigt, dass ihn überzeugt hat?“
Licht-in-finsterer-Nacht holte einen Gegenstand aus der Tasche und hielt ihn diesmal Eltanni vor die Nase. Diese glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Es handelte sich um einen Silberbarren, der eindeutig den Altmern zuzuschreiben war. Er hatte eine elegante, blattähnliche Form und trug auf der Oberseite das Wappen der Thalmor.
„Also das ist ja ein Ding. Wo habt Ihr den her?“
Der argonische Händler war über die Frage offenbar sehr amüsiert, was die Dunmer im Moment noch nicht ganz nachvollziehen konnte. Ihr Bruder hatte schneller begriffen, denn auch er lächelte. Die anschließende Antwort von Licht-in-finsterer-Nacht sollte ihre Dunkelheit erhellen.
„Selbst gemacht. Ist noch nicht mal Silber. Es ist versilbertes Blech, keinen Septim wert. Ich brauchte es nur um meine Geschichte glaubhaft zu machen.“
„Wo lernt man denn sowas?“
„Ich stamme aus Gideon. Dort hat mein Vater ein großes Geschäft. Ich lernte den Beruf des Händlers von ihm. Ich bin der jüngste seiner Söhne.“
„Könnt Ihr vielleicht zwei Lehrlinge gebrauchen?“
„Wenn wir das hier hinter uns haben braucht ihr beide ja vielleicht keine Anstellung mehr und könnt euch zur Ruhe setzen.“
„Selbst wenn wir das Versteck finden und noch was da ist, werden wir uns bestimmt nicht zur Ruhe setzen“, meinte die Dunmer zweideutig und ging weiter.
Der Argonier hatte ihren Blick bemerkt, aus dem so viel Abscheu und Hass sprach, maß dem aber zunächst keine Bedeutung bei. Was auch immer Eltanni und ihr Bruder vorhatten, solange es nicht ihn betraf wollte er es wahrscheinlich gar nicht so genau wissen. Stattdessen teilte er den beiden die weitere Vorgehensweise mit.
„Wir werden kurz in Flusswald halt machen um etwas zu essen. Währenddessen gehe ich zu Alvor und hole mir meinen Eisenpanzer ab, den ich zur Reparatur dagelassen habe, sowie mein Schwert. Anschließend gehen wir zum See. Am späten Nachmittag sind wir dann wahrscheinlich dort. Ich schlage vor, dass wir am Ufer übernachten, denn so spät noch tauchen zu gehen halte ich für keine gute Idee. Viel zu dunkel. Ich würde was übersehen.“
Die Zwillinge hatten keine Einwände und so gingen sie weiter in Richtung Flusswald.

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